Auf dem Rade

Ich träumte, ich führ auf dem Rade,
auf einer asphaltenen Gerade
mit seitlichem Baumbestand,
im Volksmund Allee genannt.

Der Fahrweg war breit
und unendlich weit;
verlor sich zum Punkte am Weltenrand.

Ich fuhr durch Wiesen und Felder,
und pedalierte voraus.
Ich fuhr auch durch kleinere Wälder,
doch sah weder Menschen noch Haus.

Der Fahrtwind ging sanft durch den Anorak,
und kühlete mir meine Brust,
und streichelte meine Wangen,
und tröstete all mein Bangen,
als hätte er davon gewusst.

Im Birkengeäste da sang mir
der Wind eine Melodie.
Die führte wohl mein’ kleine Seele
an Orte mit viel Harmonie.

Ich träumte, ich wäre schon tot dann,
und auf meinem Wege zu Gott.
Und als ich dann sinne,
ob Hölle, ob Himmel,
da leuchtet es tröstlich mir ein:
Ich muss wohl im Eden schon sein.